STIFTUNG LANDSCHAFT
STIFTUNG LANDSCHAFT
STIFTUNG LANDSCHAFT

Tag der Landschaft

2017:  Thalguterhaus / Algund

Das Thema “Landschaft bei Nacht- Beleuchtung im Siedlungsraum" stand heuer im Mittelpunkt des Tags der Landschaft.
Die Lichtverschmutzung ist ein Bereich, der oft unterschätzt, meist vernachlässigt und als gegeben hingenommen wird. Ziel der diesjährigen Veranstaltung war es, zusammen mit Expertinnen und Experten die Öffentlichkeit für diese Thematik zu sensibilisieren, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und Gelegenheit zur Diskussion zu bieten.

Ulrich Gamper, Bürgermeister der Gemeinde Algund stellte eine innovative, erergiesparende und intellligente Beleuchtung einer Gemeindestraße vor. David Gruber, Astronom, vom Planetarium Südtirol erläuterte auf eindrückliche Art und Weise den Verlust von Nacht und Sternenhimmel z.B. durch die massive Beleuchtung von Skipisten und Autobahnausfahrten im Raum Bozen. Diese sind sogar von der internationalen Raumstation ISS aus beobachtbar.
Stefanie Suchy, Naturschutzbeauftragte der Tiroler Umweltanwaltschaft, ging auf die Beeinträchtigungen  von Tieren und Pflanzen durch die Beleuchtung bei Nacht ein. Vögel werden in ihrem Brutrhythmus gestört, Insekten gehen an Beleuchtungsanlagen zugrunde und fehlen somit in der Nahrungskette. Auch die Biologin und Kleinsäugerexpertin Eva Ladurner bestätigte den negativen Einfluss der nächtlichen Beleuchtung auf nachtaktive Säugetiere. Zum Abschluss führte sie die Teilnehmer auf eine Fledermausexkursion durch die Weinberge oberhalb von Algund. 

Im Bild: Teilnehmer der Fledermausexkursion oberhalb von Algund.

2016:  Kunsthalle EUROCENTER / Lana

Leitidee des heurigen, vierten Tags der Landschaft, war es u.a. , neue Wege zu beschreiten und dabei Künsterinnen und Künstlern die Gelegenheit zu geben, sich mit der  Verwandlung , der Transformation von Natur und Landschaft auseinanderzusetzen.
Und so fand der Tag der Landschaft am 27. Mai zusammen mit der Ausstellung TRANS*NATURE  in der Kunsthalle in Lana statt. Dieser Tag  war das Ergebnis einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit den Künstlern Ulrich Egger, Hannes Egger und Arnold Dall' O.

Zum Auftakt der Veranstaltung gab es auch heuer eine botanische und naturgeschichtliche Exkursion, diesmal in das Biotop der Falschauermündung statt. Geführt wurde sie von Thomas Wilhalm und Norbert Dejori.
Höhepunkt des Tags der Landschaft war die Eröffung der Ausstellung TRANSNATURE in der Kunsthalle Lana, wo Werke von Südtiroler Künstlerinnnen und Künstlern unter der Leitung von Kurtaor Jürgen Tabor aus Innsbruck in Szene gesetzt wurden:  Brave New Alps (Bianca Elzenbaumer, Fabio Franz), Ulrich Egger, Siggi Hofer, Irene Hopfgartner, Hubert Kostner, Sonia Leimer, Philipp Messner, Carmen Müller, Walter Niedermayr, Gabriela Oberkofler, Felix Tschurtschenthaler, Karl Unterfrauner, Othmar Seehauser. Gastredner waren Landesrat Richard Theiner und Lanas Bürgermeister Harald Stauder. Sitftungsvorsitzender Hans Peter Staffler unterstrich in seiner Rede nochmals den Auftrag, dem sich die Stiftung Landschaft Südtirol verschrieben hat und betonte die Bedeutung der Kunst, wenn es darum geht, Menschen zu sensibilisieren und darüber zu reflektieren, wie der Mensch mit Landschaft umgeht, sich mit ihr auseinandersetzt, sie gestaltet und nachhaltig verändert.

Im Bild: Teilnehmer der Exkursion in das Biotop Falschauermündung / Lana

2015: Römerturm, Elvas

Nach dem ersten Tag der Landschaft 2013 in Bozen und 2014 in Meran fand am 24. April 2015 der Tag der Landschaft in Elvas bei Brixen statt.
Im Mitttelpunkt der Veranstaltung stand diesmal die geschichtsträchtige Kulturlandschaft rund um Brixen. Eine kulturgeschichtliche Wanderung führte diesmal von Elvas zum wenige Kilometer entfernt gelegenen Römerturm.
Begleitet wurde die Schar interessierter Teilnehmer von der Brixner Musikerin und Komponistin Manuela Kerer.
Die junge Künstlerin beeindruckte mit tiefsinnigen Gedanken zu Mensch und Landschaft und bewies, dass ihre Leidenschaft und ihr Interesse weit über die Musik hinausgehen.

Im Rahmen einer kleinen Feier wurde eine Informtionstafel im Obergeschoss des Römerturms vorgestellt.
Ein historisches Foto auf dieser Tafel zeigt die Bischofsstadt in einer nicht alltäglichen Aufnahme von 1884. Das Bild und vor allem der Vergleich mit der aktuellen Situation soll den Besucher anregen sich mit dem Thema Landschaft – Veränderung – Identität auseinanderzusetzten.

Das Projekt wurde gemeinsam mit der Gemeinde Brixen
entwickelt und realisiert.

Im Bild der Römerturm  mit den Teilnehmern am Tag der Landschaft 2015.

2014: Tappeinerweg, Meran

Am 30. Mai 2014 veranstaltete die Stiftung Landschaft Südtirol zum zweiten Mal den TAG DER LANDSCHAFT.

Schauplatz war das Blockhaus auf dem Tappeinerweg in Meran, unweit des Pulverturms. Dort wurde im Innenraum eine Installation aus Texten und einer Bildersequenz errichtet, während ein Spiegel auf dem Dach des Blockhauses durch Lichtreflexe in Richtung Meran auf das Objekt am Tappeinerweg aufmerksam machen soll. Bild und Text, angeordnet in einem Rundfries, sollen den Besucher anregen, sich mit dem Thema Landschaft – Veränderung – Identität auseinander zu setzen. Gezeigt werden historische Ansichten von Meran und seine Umgebung, kontrastiert mit rezenten Aufnahmen aus derselben Perspektive.
Das Projekt der Stiftung wurde gemeinsam mit der Gärtnerei der Gemeinde Meran, dem Kunstgymnasium Meran sowie der Sozialgenossenschaft Albatros realisiert. Die Idee für die Installation selbst stammte vom Künstler Ulrich Egger, der auch das künstlerische Konzept der Frieses ausarbeitete.  Dieses wurden dann von Schülern und Schülerinnen des Kunstgymnasiums Meran grafisch und gestalterisch umgesetzt.

Als Rahmenveranstaltung zum Tag der Landschaft fand eine dreißigminütige Exkursion statt. Sie wurde von zwei Experten mit einem etwas anderen Zugang zum Thema Landschaft begleitet: dem Künstler Erich Kofler Fuchsberg und der Architektin Sylvia Dell’Agnolo. Beide regten durch ihre reflektierend-kritischen Statements an, über Landschaft und wie der Mensch damit umgeht, nachzudenken.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Eröffnung der Installation, durch den Stiftungspräsidenten Hanspeter Staffler, der sich u.a. bei den Sponsoren und bei der Stadträtin Gabriela Strohmer für die Unterstützung seitens der Gemeinde Meran bedankte.

2013: Oswaldpromenade, Bozen

Mensch und Landschaft stehen in einer wechselhaften Beziehung. Da sind die Menschen, die die Landschaft seit Jahrtausenden zu einer Kulturlandschaft verändern – mal mäßig und ökologisch verträglich, mal übermäßig und unverträglich. In den Alpen und damit auch in Südtirol ist die Verfügbarkeit an nutzbarer Fläche stark begrenzt; trotzdem scheint der Flächenverbrauch für Siedlungen, Gewerbezonen, touristische Infrastrukturen, Straßen … ungebremst, ja ist in den vergangenen Jahrzehnten sogar gestiegen.

Auf der anderen Seite sehen die Bewohner ihre Landschaft als Lebens- und Erholungsraum, mit dem sie sich identifizieren. Das Spannungsfeld ist vorgezeichnet: Landschaft verändert sich immer, „aber mit welcher Geschwindigkeit darf/muss sich eine Landschaft verändern, damit die emotionale Ortsbezogenheit bestehen bleibt?“ (P. Felber, 2006).

Veränderungen in der Landschaft erfolgen häufig so, dass wir sie zunächst nicht wahrnehmen. Er nach längeren Zeiträumen fällt sie uns auf. Eine bewusste Wahrnehmung ist schwierig. Historische Landschaftsfotos können hilfreich sein, die Entwicklung zu überschauen. Es gilt, Verantwortung für einen bewussten Umgang mit der Landschaft zu entwickeln.

Um dieser Idee Ausdruck zu verleihen, werden an ausgewählten Standorten in Südtirol ab 2013 Fixpunkte mit besonderen Aus- und Einblicken in die Landschaft installiert, umrahmt von historischen Landschaftsaufnahmen.

Der erste Standort dieser landschaftlichen Aus- und Einblicke liegt an der Oswaldpromenade oberhalb von Bozen und wurde im Rahmen des 1. Tages der Landschaft am 12. April 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Stiftung Landschaft Südtirol lud zu einer zweistündigen Exkursion, bei der die Meraner Künstlerin Carmen Müller und Helmuth Moroder, Vizepräsident der Alpenschutzkommission CIPRA, ihre ganz persönliche Sicht von Landschaft darlegten. Stiftungspräsident Hanspeter Staffler unterstrich die "etwas andere Art des Landschaftsschutzes", der sich die Stiftung verpflichtet fühlt: Erhalt von kostbarem Natur- und Kulturerbe, aber auch nachhaltige Weiterentwicklung. Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Enthüllung der Installation, die vom Projektveratwortlichen Arnold Karbacher entworfen wurde.

Ein Metallrahmen gibt den Blick frei auf das heutige Bozen. Darunter ist eine Ansicht von Bozen aus dem Jahre 1930 zu sehen. Der Vergleich soll helfen, die Wahrnehmung des Betrachters zu schärfen und zum Nachdenken über die Landschaft und ihren Wandel anzuregen.

Südtirol im Wandel der Zeit - Bozen heute und um 1930

Die Sicht auf die Installation an der Oswaldpromenade vermittelt ungewohnte Aus- und Einblicke auf Heutiges und längst Vergangenes und lässt den Wandel der Landschaft deutlicher als sonst spürbar werden.